Wie ein Ort sein Gesicht veränderte …

Mit der beginnenden Industrialisierung Ruhlas im 19. Jahrhundert und den damit expandierenden Gewerbestandorten im gesamten Ortsgebiet, entstanden auch repräsentative Fabrikantenvillen, die auch heute noch im Stadtbild vorhanden sind. Es war wie ein Wettbewerb unter den Unternehmern, wer wohl die schmuckvollste Heimstätte mit dem prächtigsten Garten besaß. Eines der schönsten Anwesen soll nach Überlieferung der „Zieglersgarten“ im unteren Bermbachtal gewesen sein. Der Ruhlaer Tabakpfeifenfabrikant Georg Otto Ziegler ließ dort ab 1817 zunächst ein Landhaus errichten und das Gelände in einen parkähnlichen Garten mit Gewächshaus und zwei Teichen, die vom Bermbach gespeist wurden, umgestalten. Sein Nachkomme Arthur Ziegler veranlasste 1892, das Landhaus in eine märchenhafte Villa mit Türmchen, Erkern und überdachter Eckterrasse umzubauen. Zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude zu einem Feierabendheim umfunktioniert und im Park der untere Teich zugeschüttet. Dort entstand 1952 die Kinderkrippe mit ihrer bogenförmigen Architektur.

Nach der politischen Wende übernahm ein privater Träger aus Bad Hersfeld die Immobilien und errichtete dort nach Abriss der Kinderkrippe das heutige Seniorenheim. Die einstige Ziegler-Villa steht seitdem ungenutzt im Schatten des mehrstöckigen Neubaus.

Den vollständigen Beitrag mit vielen historischen Bildern finden Sie auf mehreren Seiten im farbigen Innenteil der Ruhlaer Zeitung Nr. 05/2026.

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