Gemeinsam mit 24 Gästen aus Escaudain verbrachten die Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins ein interessantes Wochenende (Donnerstag, 14. Mai bis Sonntag, 17. Mai 2026). Für jeden war etwas dabei.

Beim Begrüßungskaffee im „Landgrafen“ am Donnerstag prägte die Freude des Wiedersehens die herzliche Stimmung. Anschließend verbrachten die Gäste den Abend bei den Gastfamilien.

Die Busfahrt am Freitag führte uns in der Gruppe mit insgesamt 45 Teilnehmern auf die „Spuren der Geschichte Leipzigs“ – eine Stadt mit Bezügen zur Geschichte unserer beiden Nationen. Das ist uns allen bekannt. Aber für Deutschland hat diese Stadt eine wichtige Bedeutung in der Friedlichen Revolution von 1989. Besonders in heutigen Zeiten mit den vielen Krisen in der Welt, mit den Angriffen auf die Demokratie, können wir aus der Geschichte Leipzigs lernen. ​

Bei der Stadtführung erfuhren wir Wichtiges über die Bach-, Handels-, Messe- und Universitätsstadt. Beim Mittag im „Auerbachs Keller“ spürten wir auch den Spirit von „Goethes Faust“. Schließlich streiften wir im Zeitgeschichtlichen Forum durch die Geschichte vom Ausgang des 2. Weltkriegs über die Sowjetische Besatzungs- und DDR-Zeit bis zur Friedlichen Revolution 1989. Wieder einmal wurde uns bewusst, wie historische Momente den Zeitgeist prägen. Gerade in Krisenzeiten ist klar, dass die Demokratie, einmal erkämpft, nicht ohne Anstrengung bestehen bleibt, dass sie nicht leicht verspielt werden darf, dass die Macht der Mächtigen nicht absolut sein darf und dass das Volk gehört werden und eine Stimme haben muss!

Von Leipzig fuhren wir Freitagabend noch nach Kittelsthal. Auf Einladung von Bürgermeister Stefan Hartung bekamen wir einen Einblick in die dortige Meilerei, es wurde uns der Holzkohlemeiler kurz erklärt. Zünftig und dazu passend wurde der ganzen Gruppe Bier und Bratwurst spendiert. Vielen Dank dafür!

Am Samstag, dem sogenannten Familientag, unternahmen die Gastgeber mit den französischen Freunden dann individuelle Ausflüge. Ein paar Freunde waren z.B. Wandern zum Königshäuschen, andere besuchten Schloss Friedenstein in Gotha oder die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis. Einige haben sogar einen Rundflug über Thüringen gemacht – aber egal wie der Tag auch verbracht wurde, am Abend beim Empfang der Stadt und des Vereins im „Landgrafen“, waren viele zufriedene Gesichter zu sehen. Bei ausgelassener Stimmung wurde gefeiert, gesungen und viel Lebensfreude geteilt. Alle erlebten eine glückliche, friedvolle Zeit.

Am Sonntagmorgen hieß es dann Abschied nehmen. Einige Tränen wurden vergossen, aber die Freude über die gemeinsam verbrachten Tage überwog.

Insgesamt war es wieder ein Austausch mit herzlichen Begegnungen, kurzen Reden, viel Essen und Trinken, historischen Rückblicken, individuellem Programm, überraschenden musikalischen Gesangseinlagen und wieder viel Essen und Trinken. Vielen Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben, der Stadt Ruhla für den Zuschuss, dem deutsch-französischen Bürgerfond für die Förderung. Mögen wir unsere Freunde aus Escaudain nächstes Jahr alle gesund und munter wiedersehen. In Vorfreude auf 2027 in Escaudain. 

Text/Fotos: Dr. Gerald Slotosch, Vorsitzender Städtepartnerschaftsverein Ruhla-Escaudain e.V.

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