100 Jahre neues Ruhlaer Stadtbad
Schon in den Jahren 1900 und 1901 hatte es auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters von Ruhla WA Otto Lederer Bestrebungen gegeben, ein neues, ganzjährig zu betreibendes Volksbad zu schaffen. Mit Rücklagen aus den Haushalten beider Stadtgemeinden Ruhla sollte ein Fonds dafür angelegt werden. Das Vorhaben wurde zurückgestellt und erst 1905/06 durch Lederer und den in Ruhla WA stationierten Oberförster Schmidt-Burgk wieder aufgegriffen und auf die Tagesordnung gesetzt. Die Fondseinlage sollte zunächst 10.000 Mark betragen, mit 3.000 Mark von Ruhla WA begonnen und durch regelmäßige Zuschüsse, auch von Ruhla GA, erhöht werden. In beiden Stadtgemeinden sollten Geldsammlungen durchgeführt werden. Veranschlagt wurden Kosten erst einmal in Höhe von 30.000 bis 40.000 Mark. Ein vom Stadtvorstand Ruhla WA verfasstes erläuterndes Schreiben wurde den Mitgliedern beider Stadtgemeinderäte zugestellt und auch in der Ruhlaer Zeitung veröffentlicht. Nach Genehmigung des Vorhabens durch beide Landesregierungen signalisierte Ruhla GA zunächst Zustimmung, trat aber dann zurück. Der Nachfolger Lederers, Bürgermeister Theobald Hoppert, bemühte sich 1907/08 weiter um das Vorhaben und erreichte, dass Ruhla WA das alte Badehaus an der Allee vom Bade-Aktien-Verein kaufte, um an seiner Stelle das neue Bad entstehen zu lassen, und dass einige Bürger ihre Schuldverschreibungen der Bade-AG als Spenden in den Fonds gaben. In einer Zeit wirtschaftlicher Blüte wäre ein Bau sicher ziemlich gut und schnell zu realisieren gewesen, doch aufgrund der Teilung der Stadt wurde nichts daraus. Ruhla GA war zu einer Beteiligung nicht zu bewegen und war zudem gegen den Bau, weil Ruhla WA den Standort auf seinem Territorium schon vorbestimmt hatte. Auf der weimarischen Seite fand sich schließlich keine Mehrheit dafür, da man ein solches Vorhaben, von dem die gothaischen Ruhlaer auch Nutzen haben würden, nicht alleine finanzieren und ausführen wollte. Man gab jedoch weiter Beiträge in den Fonds und war auch Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Volksbäder geworden.
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