150 Jahre Feuerwehr Seebach
Das Alter einer Freiwilligen Feuerwehr, so wie sie heute existiert, festzustellen, ist mitunter doch recht schwierig. Trotz der vorhandenen Dokumente in Seebach, wobei es sich um die teilweise erhaltenen Bücher der Gemeinderechnungsführer handelt, welche Einnahmen und Ausgaben für den Brandschutz belegen, muss an eine solche Altersbestimmung kritisch herangegangen werden. In Deutschland gab es bereits seit dem ausgehenden Mittelalter ein organisiertes Löschwesen, eine Systemform, welche die Bürger zu Leistungen heranzog. Geregelt durch sogenannte „Feuerordnungen“, wurden die Betroffenen im notwendigen Fall zu ihrem Einsatz verpflichtet. Die erste Freiwillige Feuerwehr Deutschlands wurde in Meißen gegründet, das städtische Löschwesen immer mehr reorganisiert und auf freiwilliger Basis geordnet. Als „Freiwilliges Feuerlösch- und Rettungskorps“ bezeichnet, sind dessen Angehörige durch den damaligen Bürgermeister am 17. Juli 1841 feierlich verpflichtet worden.
Eine Neuorganisation des gemeindlichen Löschwesens in Seebach ist sicherlich mit dem Ankauf einer neuen Handdruckspritze im Jahre 1876 zu sehen. Etwa 120 Jahre zuvor, 1750 und 1752, erlebten die Bürger von Seebach zwei Großbrände mit nicht unbeträchtlichem Schaden. In beiden Fällen brannten die betroffenen Anwesen fast vollständig ab. Dies hatte Johannes Dicel sicherlich noch gut vor Augen, als er den Entschluss fasste, für Seebach eine eigene Feuerspritze anzuschaffen. Die Unglücksfälle betrafen ja die Gehöfte seiner unmittelbaren Nachbarn. Die Spritze wurde 1757 gekauft. Dicel griff in den eigenen Geldbeutel, denn die Gemeinde Seebach war arm. Das neue Löschgerät und dessen Unterkunft kosteten immerhin die doch recht stattliche Summe von 160 Talern. Den erforderlichen Bauplatz für das Spritzenhaus stellte Dicel unentgeltlich auf dem eigenen Hof zur Verfügung. Er ersparte damit der Gemeinde die Ausgaben zum Ankauf des Grundstücks.
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