Vor zehn Jahren, am 27. Oktober 2016, verstarb der Heimatforscher und Ruhlaer Ortschronist Lotar Köllner im Alter von 87 Jahren.
In dankbarer Erinnerung blickt die Stadt Ruhla in diesen Tagen auf das Wirken ihres tief verwurzelten Historikers und Ortschronisten zurück, der mit unermüdlichem Forschergeist die Identität der Bergstadt für nachfolgende Generationen bewahrte. Vor zehn Jahren, am 27. Oktober 2016, verstarb der Heimatforscher und Ruhlaer Ortschronist Lotar Köllner im Alter von 87 Jahren.
Neben seinen beruflichen Verpflichtungen war die Heimatgeschichte schon immer seine große Leidenschaft. Mit dem Wechsel in den Ruhestand begann für Lotar Köllner eine für ihn spannende Zeit: Er nutzte die neugewonnene Freiheit für tiefgründige Forschungen in der Heimathistorie. Seine über Jahrzehnte hinweg aufgebauten, umfangreichen Sammlungen historischen Materials bildeten das Fundament für seine Arbeit als Heimatforscher und Ortschronist. Lotar Köllner dokumentierte die Geschichte der Stadt Ruhla durch zahlreiche heimatkundliche Werke, besonders mit der Buchreihe „Mi Ruhl mi Heimet“ und wirkte an der Herausgabe des einzigartigen „Rühler Dudens“ mit. Er verfasste zudem mehrere Zeitungsartikel. Als Lektor unterstützte er viele Jahre das Team der „Ruhlaer Zeitung“. Außerdem befasste er sich als vielseitiger Autor mit der Regional- und Ortsgeschichte, alten Sagen, dem Brauchtum und der Folklore.
Über viele Jahre hinweg prägte er die Folklore-Vereinigung „Alt-Ruhla“ e.V. und widmete sich seit seinem Beitritt mit großem Engagement der Pflege und Erhaltung der Ruhlaer Historie. Zudem feierte er große Erfolge als Verfasser zweier Mundarttheaterstücke wie beispielsweise mit dem in diesem Jahr wieder aufgeführten Dreiakter „Herzich Weelmhänner unn si Doppelgänger…“.
Auch in der Grenzsteinforschung war er aktiv. Gleichzeitig unterstützte er den Rennsteigverein 1896 e.V. als förderndes Mitglied im Hauptvorstand und in der Ortsgruppe Ruhla. Bis zur hauptamtlichen Besetzung der Museumsleiterstelle 1960 war Lotar Köllner ehrenamtlich für das Ruhlaer Orts- und Tabakpfeifenmuseum tätig. Sechs Jahre lang zeigte er als aktives Ehrenmitglied des Vereins Arche Nova e.V. großen Einsatz bei der Umgestaltung und Aktualisierung der Museumsausstellung. Lotar Köllner informierte sich immer wieder in Archiven und Bibliotheken, er war sozusagen eine „wandelnde Chronik“.
Neben seiner umfangreichen Vortragstätigkeit in diesen Bereichen engagierte er sich als Mitbegründer des Schützenvereins Ruhla. Mehrmalig wurde er in das Ehrenbuch der Stadt Ruhla eingetragen. Im Juni 2016 wurde Lotar Köllner mit der „Kulturnadel des Freistaates Thüringen“ ausgezeichnet. Als prägende Persönlichkeit Ruhlas ist er ein wichtiges Vorbild für die Geschichte und Kultur der Stadt.
In Dankbarkeit für sein besonderes Engagement zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wird man ihm seitens der Stadt Ruhla und der Vereine, denen er verbunden war, stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Text: aki/rz, tk
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